SVA1: Zittersieg zum Saisonauftakt

BAD AROLSEN/ IPPINGHAUSEN. Nach einem Drama in acht Akten gewinnt Arolsen gegen Vellmar knapp mit 4,5:3,5 und sammelt wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg.

Im vollbesetzten Dorfgemeinschaftshaus in Ippinghausen wartete auf die Residenzstädter gleich zu Saisonbeginn einer der stärksten Ligakonkurrenten. Die erste Überraschung: Vellmar reiste ohne Alexander Wehr am Spitzenbrett an. 1:0 für Arolsen – kampflos. Doch die Ruhe und Sicherheit trog, entwickelte sich nämlich an den übrigen Brettern ein offener Schlagabtausch.

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Seine Fähigkeiten in Sachen Verteidigung musste Gerd Brückmann Zug um Zug unter Beweis stellen, nachdem Wilfried Höhmann den schwarzen Königsflügel mit immer neuen taktischen Manövern unter Beschuss nahm. Brückmann nahm sich viel Zeit. Ließen sich die Drohungen noch abwehren? Als wenige Züge später der Königsflügel erfolgreich abgeriegelt war, sah auch Höhmann kein Vorwärtskommen mehr – Remis.

Weitaus schlimmer erging es Harald Block. Sein hyperdefensiver Aufbau wurde von Andreas Wagner als willkommene Einladung gesehen, alles nach vorne zu werfen und auf Matt zu spielen. Block wehrte sich erfinderisch blieb aber ohne echtes Gegenspiel. Und so war es nur eine Frage der Zeit bis sein König schließlich im Mattnetz zappelte – 1;5:1,5.

Für die erneute Arolser Führung sorgte Witold Umlauf. Theoretisch. Mit einer fulminanten Vorstellung hatte Umlauf seinen Gegner taktisch klar überspielt und sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch kaum hatten sich seine Teamkollegen mit der Gewissheit des sicheren Punktes vom Brett abgewandt, da stellte der Arolser ohne jede Not einen Turm ein. Entsetzen auf Arolser Seite, ungläubige Freude bei Vellmar die urplötzlich mit 2,5:1,5 in Führung gingen.

Zittern war auch bei Jürgen Wolf angesagt. Nach einer Expedition in theoretisch abgelegene Gewässer konnte der Arolser immerhin ein gewisses optisches Übergewicht für sich reklamieren. Im Bestreben nach mehr unterliefen ihm dann aber einige Ungenauigkeiten und mit einem Mal war es sein Gegner der auf Gewinn spielte. Der knetete Wolf noch ein paar Züge durch konnte jedoch auch nichts zählbares vorweisen, so dass beide friedlich in den Remishafen einliefen.

Immer noch in Rückstand war es an Hermann Henze die Residenzstädter wieder zurück ins Match zu bringen. In einer ausgeglichenen Stellung hatte Fiorini Calci glatt ein tückisches Zwischenschach übersehen und musste fortan mit einem Springer weniger weiterspielen. Henze brachte seinen Figuren gekonnt in Stellung und hebelte schließlich die gegnerische Königsstellung mit einem eleganten Springermanöver aus – Ausgleich.

Das Wohl oder Wehe hing nun an den beiden verbliebenen Partien. Sollte man ein 4:4 anbieten oder weiterspielen? Während das eine Brett klar besser für Arolsen stand, hing das andere am seidenen Faden. Aufgewühlte Diskussionen später war die Entscheidung klar: Weiterspielen!

Das es sich hierbei um die richtige Entscheidung handelte, bewies Constantin Vogel mit Nachdruck. Seine tadellose Verteidigung hatte bei Frank Gundlach für mehr als nur graue Haare gesorgt. Zum einen neigte sich die Bedenkzeit seines Gegners dem Ende zu, zum anderen hatte der Arolser rotzfrech einen Bauern erobert. Gundlach warf alles Richtung König um irgendwie Matt zu setzen, doch Vogel hatte stets einen Zug weiter gerechnet und neutralisierte alle Drohungen mit stoischer Gelassenheit. Die Folge: Sein Gegner überschritt in hoffnungsloser Stellung die Bedenkzeit – 4:3 für Arolsen.

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Würde das reichen? Denn Anlass zu ernsthaften Bedenken gab es genug. Rudolf Beisinghoff spielte in einer Partie mit ungleichfarbigen Läufern voll auf Königsangriff – sein Gegner aber auch. Die bange Frage war nun: Wer ist schneller? Mal sah es so aus, als hätte der Arolser die besseren Karten, dann wieder schien der Vellmarer das letzte Ass im Ärmel zu haben. Sieg? Niederlage? Remis? Alles schien möglich. Schier endlose Minuten später die Gewissheit: Trotz gegnerischer Mehrdame findet Beisinghof das rettende Dauerschach und hält den halben Punkt fest. 4,5:3,5 für Arolser – was für ein Auftakt.

SK Vellmar 1950 2

SV Anderssen Arolsen 1

3,5:4,5

Wehr, Alexander

Boelke, Thomas

-:+

Gundlach, Frank

Vogel, Constantin

0:1

Calci, Fiorino

Henze, Hermann-Josef

0:1

Höhmann, Wilfried

Brückmann, Gerd

½:½

Huneck, Frank

Wolf, Jürgen

½:½

Wagner, Andreas

Block, Harald

1:0

Thurau, Carsten

Beisinghoff, Rudolf

½:½

Benedikt, Alexander

Umlauf, Witold

1:0

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