Aufstiegszug fährt ohne Arolsen nach Niederlage gegen Baunatal

Das war Enttäuschung pur, letztlich aber eine nicht unverdiente Niederlage für die Arolser Schachcracks gegen die Baunataler, die nun, wie auch Korbach nach klarem Sieg gegen Ahnatal, beste Chancen auf Platz 1 und den Aufstieg in die Landesklasse haben.
Der Spieltag stand schon unter keinem guten Stern, musste doch neben dem Spitzenbrett Constantin Vogel kurzfristig auch Thomas Boelke aufgrund Grippe passen. Als Ersatz war Arolsen aber eigentlich gut aufgestellt, konnte man doch mit Paul Schäfer und der Nachwuchshoffnung Florian Umlauf adäquaten Ersatz stellen.

Tja und Umlauf kassierte an Brett 7 mit Schwarz gegen den erfahrenen Hödtke mit dessen Läufereinschlag und anschließendem Materialgewinn nach knapp 2 Stunden auch eine klare Niederlage wie auch direkt danach Marcel Ruhl mit Weiß gegen Gibhardt. Dieser nutzte konsequent eine Königsfesselung ebenfalls mit deutlichem Materialgewinn, was zum schnellen Sieg und einem 0-2 gegen Arolsen führte.

Und das Drama für Arolsen ging weiter, denn kurz danach lag man 0-3 hinten. Torsten Fankhänel mit Schwarz an Brett 3 gegen Sharikow landete etwas eingeschnürt von dessen Schwerfiguren in einer eigentlich nur etwas schlechteren Stellung, die haltbar war. Leider zog er fehl, stellte einen Bauern auf b 6, den Sharikow mit seinem Springer mit gleichzeitigem Angriff auf Dame und Läufer genüsslich vereinnahmte, ein. Nach Läufertausch und schönem Zwischenzug konnte er weiteren Materialvorteil erzielen, den sich Fankhänel nicht mehr zeigen ließ und entnervt aufgab.

Was war das denn, sinnierte Mannschaftsführer Henze, konnte er sich wie auch seine Mannschaftskollegen an solch einen klaren Rückstand kaum mehr erinnern.

Aber Henze holte dann auch gleich zur folgenden, leider aber nur kurzen, Aufholjagd aus. Am Spitzenbrett mit Schwarz musste er sich dem Angriff von Christian Belz erwehren, der durch einen ungenauen vorherigen Zug von Henze mit Qualitätsopfer zum Totalangriff auf dessen König startete, welcher mit Einschlag auf f7 und Springertausch eigentlich zum Sieg ausreichen sollte. Aber Henze konterte geschickt, blies ebenfalls zum Angriff und verleitete Belz auch dessen Zeitnot geschuldet zu ebenfalls ungenauen Zügen, wo beide dann mit einem Remis zufrieden waren.

Der erste halbe Punktgewinn für Arolsen, den Ersatzmann Paul Schäfer an Brett 8 mit Weiß gegen Sarbidi mit seinem fulminantem Sieg aber weiter ausbauen konnte. Mit Bauernvorteil konnte er in absoluter Zeitnot seinen Turm und Läufer zwangstauschen sodass der entfernte Freibauer ungehindert zur Dame einlaufen konnte, seinem Gegner blieb nur die Aufgabe.

Arolsen verkürzte zum 1,5 zu 3,5 Zwischenstand, den dann  Jürgen Wolf weiter ausbaute. Auch er gewann nach knapp 5 Stunden Spielzeit mit Weiß an Brett 4 gegen den Baunataler Wuttke. In seiner unnachahmlicher Spielweise zertrümmerte er erst des Gegners Königsstellung um anschließend mit 2 Mehrbauern in ein absolut gewonnenes Endspiel einzuziehen und zum 2,5-3,5   Zwischenstand für Baunatal stellte.

Da geht ja doch noch was, dachten alle Arolser, standen doch die restlichen 2 Bretter mit Moritz Ruhl und Gerd Brückmann erfolgversprechend. Und genau hier konterte nunmehr Baunatal und zwar in Form von Werner Meyn. Er hielt sein Endspiel gegen Moritz Ruhl trotz Minderbauern Remis, dieser versuchte zwar alles, hatte er bis dato doch 100% Punkterfolg erzielt. Aber Meyn, ein erfahrener Spieler setzte konsequent dagegen und hielt seine Stellung. Ruhl musste auf das Remis einwilligen.

Das was der erste Mannschaftspunkt für Baunatal zum 3-4 und jetzt war klar, dass Gerd Brückmannn seine Partie an Brett 2 gegen den nominell stärksten Baunataler Mathias Pohl unbedingt gewinnen musste, wollte man doch noch zumindest ein Unentschieden erreichen.

Aber Brückmann, mit Weiß im Endspiel mit der etwas schwächeren Bauernstellung, versuchte alles und überzog seine Stellung, welche eigentlich ein Remis verdient gehabt hätte, zur alles entscheidenden Niederlage.  Er musste Pohl einen Freibauern überlassen, welcher ungehindert zur Dame und dem Sieg einlief. Brückmann musste enttäuscht aufgeben, die Arolser Niederlage war besiegelt.

Baunatal rauschte somit an der Tabelle an Arolsen vorbei und ist nunmehr mit den Korbachern, die in Ahnatal ebenfalls klar gewannen, absolut Punktgleich auf den beiden ersten Plätzen, was einen spannenden Titelkampf verspricht.

Ob Arolsen noch Chancen hat, müssen die beiden restlichen Spieltage zeigen. Versucht wird aber alles, laut Hermann Henze.

SV Anderssen Arolsen 1 Schachklub Baunatal 1963 1 3:5
Henze, Hermann-Josef Belz, Christian ½:½
Brückmann, Gerd Pohl, Mathias 0:1
Fankhaenel, Torsten Sharikow, Alexej 0:1
Wolf, Jürgen Wuttke, Bodo 1:0
Ruhl, Moritz Meyn, Werner ½:½
Ruhl, Marcel Gibhardt, Peter 0:1
Umlauf, Florian Hödtke, Jörn 0:1
Schäfer, Paul Sarbidi, Juri 1:0

Nordhessenliga: Tabelle Stand 7. Spieltag 24.02.2019

# Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Sp. MP BP
1 SF Korbach 1 ** 5.0 2.0 5.0 7.5 5.5 5.0 6.0 7 12 36.0
1 Schachklub Baunatal 1963 1 3.0 ** 5.0 4.5 6.0 6.5 4.5 6.5 7 12 36.0
3 SV Anderssen Arolsen 1 6.0 3.0 ** 5.5 5.5 3.5 7.5 5.5 7 10 36.5
4 SK Vellmar 1950 2 3.0 2.5 ** 3.5 6.0 5.0 5.5 5.0 7 8 30.5
5 SC Grauer Turm Fritzlar 1 3.5 2.5 4.5 ** 2.0 4.0 4.5 5.5 7 7 26.5
6 SAbt TG 1949 Wehlheiden 2 0.5 2.0 2.0 6.0 ** 4.5 3.0 5.5 7 6 23.5
7 Homberger SC 1 2.5 1.5 4.0 3.5 ** 3.0 5.5 5.5 7 5 25.5
8 SVG CAISSA Kassel 2 3.5 4.5 3.0 3.5 5.0 ** 3.0 3.0 7 4 25.5
9 Mündener SC von 1925 1 3.0 1.5 0.5 2.5 5.0 2.5 5.0 ** 7 4 20.0
10 Ahnataler SC 1969 (ASC69) 1 2.0 2.5 3.0 2.5 2.5 2.5 5.0 ** 7 2 20.0
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