SVA 1: Unverhofft kommt oft

KASSEL/ BAD AROLSEN. Kollektives Unvermögen führte beim bitteren 3,5:4,5 gegen Caissa Kassel 2 Regie und lässt die Arolser im Aufstiegskampf empfindlich zurückfallen.

Minus drei Stammspieler, dafür ein Brett kampflos gewonnen. Schon der Auftakt beim alten Angstgegner aus Kassel sorgte für reichlich Spannung. Eigentlich. Denn was in der Folge passierte war meist folgendes: Arolsen drückte, Arolsen mühte sich, Arolsen fand kein Durchkommen gegen den solide aufspielenden Außenseiter.

Und so reihten sich neben Thomas Bölke, auch Hermann Henze und Jürgen Wolf in den Remisreigen ein, ebenso wie Ersatzspieler Martin Malinowski. Es sollte einfach nicht sein. Erste Zeichen einer sich anbahnenden Krise kamen auf, als Harald Block erst einen Bauern und dann die Partie einstellte. 3:3 bei noch zwei laufenden Partien. Und was für welche.

Nach turbulenter Eröffnung hatte sich Rudolf Beisinghoff eine aussichtsreiche Stellung erarbeitet und seinen jungen Gegner in Zeitnot gebracht. Und so kam es, dass just in dem Moment als dieser seinen 40. Zug ausführen wollte, dessen Zeit ablief. Sieg für Arolsen! Oder doch nicht? Kassel reklamierte, da ihrer Meinung nach die 40 Züge voll waren: Schiedsrichterentscheidung. Die Uhr wurde angehalten, die Partie Zug um Zug nachgespielt. Das Ergebnis: Beide Spieler hatten je einen Zug nicht aufgeschrieben. Mit anderen Worten: Keine Zeitüberschreitung – weiterspielen.

Während sich Beisinghoff wieder an das Brett begab, tobte bei Marcel Ruhl ein weiterer Zeitnotkrimi. Mit einem nackten König, dafür aber mit Mehrfigur versuchte der Arolser vor allem eines: Überleben. Bei nur noch 45 Sekunden für fünfzehn Zügen schien das einem Wunder gleich, drohte sein Gegner doch allerlei Ungemach. Als die Uhr nur noch fünf Sekunden anzeigte, aber immer noch drei Züge bis zur Rettung fehlten, hatten die meisten Mannschaftskameraden innerlich schon aufgegeben. Nicht so Marcel Ruhl, der im Blitztempo die letzten Züge aufs Brett knallte, bis, ja bis die Uhr tatsächlich bei drei Sekunden stehenblieb – geschafft. Die Partie war wieder völlig offen.

Am Nachbarbrett hatte Rudolf Beisinghoff indessen seinen Vorteil in der Weise ausgebaut, dass alles auf einen Sieg für Arolsen hindeutete. Die Geschichte hätte vermutlich ein gutes Ende genommen, wenn Beisinghoff einfach die Türme getauscht hätte. Stattdessen ließ er sich auf ein Wettrennen der verbliebenen Bauern ein und schaffte es gleichzeitig seinen König einzuschließen. Von Kopfschütteln begleitet mussten die Mannschaftskollegen mit ansehen, wie Sebstian Rudolph plötzlich mit einem unerwarteten Turmopfer für Verwirrung sorgte. Der Arolser sah die vermeintliche Bescherung, stand völlig konsterniert auf und gab die Partie verloren. Ungläubiges Entsetzen bei den Kollegen, denn hätte der Arolser auch nur einen zweiten Blick auf die Schlussstellung geworfen, dann wäre ihm schnell aufgefallen: Die Stellung ist dank forcierter Pattkombination Remis. Statt 4:3 für Arolsen hieß es nun 4:3 für Kassel – bitter.

Das Entsetzen saß fortan auch Marcel Ruhl im Nacken, der wenig später seine Gewinnbemühungen einstellte und froh war, mit einem Remis entkommen zu sein. Kassel gewinnt dank formschwacher Arolser, die zu keinem Zeitpunkt an den spielerischen Glanz vergangener Wettkämpfe anschließen konnten.

SVG CAISSA Kassel 2 SV Anderssen Arolsen
4,5:3,5
Powalla, Christian Boelke, Thomas ½:½
Powalla, Klaus Henze, Hermann-Josef ½:½
Pinnow, Manfred Ruhl, Moritz -:+
Baschin, Wolf Hajo Wolf, Jürgen ½:½
Geißer, Gerd Ruhl, Marcel ½:½
Köttig, Jochen Malinowski, Martin ½:½
Rudolph, Sebastian Beisinghoff, Rudolf 1:0
Mohanadhasan, Theisiyan Block, Harald 1:0
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