Arolsen nach 3:1 im Viertelfinale des Nordhessenpokals

IMMENHAUSEN/ BAD AROLSEN. Gegen das Nordhessenligateam aus Immenhausen waren die Arolser Landesligisten im Pokal klar favorisiert. Es dauert auch kaum mehr als eine Stunde, als Constantin Vogel die Residenzstäder gewohnt sicher auf die Siegerstraße brachte. Nach Figurenverlust blieb seinem Gegner Albrecht nur die Aufgabe. Als auch Frieder Wagener seinen Gegner Dunkel glatt überspielt hatte, schien schon alles gelaufen, doch Wagener fand nicht den gewinnweg und musste am Ende sogar noch mit einem Remis zufrieden sein. Nach gut zwei Stunden Spielzeit einigten sich Paul Schäfer und Werner am Spüitzenbrett in einer völlig ausgeglichenen Partie ebenfalls auf Remis. Nun wollte auch Altmeister Jürgen Wolf zeigen, dass er noch mithalten kann. Nach einer gewagten Opferkombination sah er schon das Matt, aber Michel konnte nach einem Patzer Wolfs noch einmal entwischen. Zur Strafe musste der sich noch über eine Stunde länger im Endspiel abmühen, dis dann doch endlich der 3:1 Sieg der Arolser feststand.

Gesamtergebnis
Immenhausen – SV Anderssen Bad Arolsen 1:3

Einzelergebnisse (Immenhausen zuerst genannt)
Werner – Schäfer 1/2:1/2
Albrecht – Vogel 0:1
Michel – Wolf 0:1
Dunkel – Wagener 1/2:1/2

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SVA 1 weiter auf Erfolgsurs

LK Nord 2011/12 – 7. Runde

BAD AROLSEN/ KASSEL. Dritter Sieg in Folge: Dank eines verdienten 5:3 Sieges bei Caissa Kassel 2 bleibt Arolsen weiter auf Erfolgskurs.

Nach zuletzt zwei Siegen wollte man auch beim Angstgegner aus Kassel diesmal nichts anbrennen lassen. Den ersten Grundstein legte Thomas Bölke an Brett eins. Nachdem beide Seiten keinen Vorteil heraus spielen konnten, lief die Partie nach zweieinhalb Stunden in den Remishafen ein. Jürgen Wolf hatte mit Martin Stuckenschneider einen Ex-Arolser zum Gegner. Schnell kam eine Variante aus alten Zeiten aufs Brett, jedoch ohne das einer entscheidenden Vorteil reklamieren konnte – Remis.

Nach drei Stunden der erste Rückschlag: Marco Bornemann hatte sich einen starken Freibauern erkämpft. Der lief und lief und lief. Und ging aus heiterem Himmel verloren. Als kurz darauf auch noch ein Turm abhanden kam blieb nur die Aufgabe. Kassel lag – wieder einmal – in Führung. Die Schockstarre währte nicht lange, denn der Arolser Mannschaftsführer Hermann Henze schlug in typischer Manier zurück. Mit kontrollierter Offensive drängte er Stephanie Lind langsam zurück, gewann anschließend gekonnt einen Bauern und die Partie. Noch eindrucksvoller sah der Angriff von Manfred Müller aus. Nach einem wohlkalkulierten Opfer setze er zu einem unwiderstehlichen Mattangriff an. Kurz vor dem krönenden Abschluss aber geriet der Arolser ins Grübeln, ließ dem scheinbar wehrlosen Gegner einen Moment Luft. Der nutzte die Gelegenheit und rettete sich ans Remisufer – ein vergebener Schönheitspreis. Mehr Erfolg hatte Nachwuchshoffnung Constantin Vogel. Mit einer strategischen Glanzleistung ließ er seinen aggressiv gestimmten Gegner nie zur Entfaltung kommen, so dass Curth nach vier Stunden völlig entnervt aufgeben musste.

Dem Sieg ganz nahe schien auch Gerd Brückmann. Der bislang punktlose Routinier hatte im Endspiel gegen Franke einen Bauern erobert. Als dieser wenige Züge später wieder verloren ging ahnten seine Mannschaftskameraden nichts Gutes. Sollte er die Partie gar noch verlieren? Schier endlose Minuten vergingen, bis sich beide Kontrahenten dann doch die Hände reichten. Mit dem Remis hatte Arolsen zumindest schon mal einen Punkt in der Tasche. War gegen den Angstgegner vielleicht sogar mehr drin?

In der letzten Partie zwischen Martin Malinowski und Torsten Heckmann war alles möglich. Beide kämpften verbissen um den vollen Punkt, lavierten geschickt mit ihren Figuren. Als der Kasseler in Zeitnot geriet, schien alles klar. Malinowski nutzte eine Unaufmerksamkeit und eroberte einen Bauern. Das sollte es doch gewesen sein tuschelten die mitfiebernden Kiebitze. Keine Fünf Züge später hatte sich das Blatt komplett gewendet, denn nun war es Heckmann der einen Bauern mehr hatte. Ungläubiges Staunen auf Arolser Seite. Malinowski lief in seiner Not mit dem König einfach ganz plump nach vorn, was Heckmann triumphierend einen weiteren Bauern verspeisen ließ. Doch kaum hatte sein Turm den Bauern verschlungen, blieb ihm dieser im Halse stecken. Mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr hatte der Kasseler glatt ein einzügiges Matt übersehen – Sieg!

SV CAISSA e. V. Kassel 2 – SV Anderssen Arolsen 1 3:5

Haase – Bölke ½:½
Franke – Brückmann ½:½
Stuckenschneider – Wolf ½:½
Lind – Henze 0:1
Curth – Vogel 0:1
Heckmann – Malinowski 0:1
Pinnow – Bornemann 1:0
Ademi – Müller ½:½

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Martin Malinowski gewinnt Finale im Porschepokal

BAD AROLSEN. Was für ein Paukenschlag von dem langjährigen Turnierleiter Martin Malinowski vom Schachverein Anderssen Arolsen im Porschepokal. Er verhinderte gegen Titelverteidiger Henze dessen Titelhattrick und heimste den begehrten Pokal gleich im ersten wichtigen Turnier des Jahres 2012 ein.

Das die Bäume nicht in den Himmel ragen, musste nun auch leidvoll der Seriensieger und Abonnementmeister Hermann Henze leidvoll erfahren. Nach 2010 und 2011 wäre der Hattrick in 2012 möglich gewesen. Letztlich gibt es an dem Sieg von Malinowski nix zu rütteln und Henze gratulierte auch fair und freute sich mit Malinowski, der vor gefühlten 20 Jahren mal wieder grandios zuschlug und sich einen ersten Platz sicherte. „Dann hören hoffentlich jetzt auch die Sprüche der Vereinskollegen auf, nach dem Motto: Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnt immer Henze“, meinte dieser etwas geknickt dann auch süffisant, da er in 2011 ja fast alles gewann.

Das Pokalturnier, welches im doppelten KO- System (erst nach der zweiten Niederlage war man raus) mit 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler gespielt wurde, hatte ein Teilnehmerfeld, welches es in den Vorjahren so nicht gab. 16 Teilnehmer und fast alle aus der 1. Mannschaft waren vertreten, garantierte Klasse und absolute Spannung in fast allen Partien war somit gewährleistet.

Und gleich die erste Runde garantierte tolle Überraschungen, sahen sich doch Henze gegen den späteren Turniersieger Malinowski und Brückmann gegen Fankhänel durch nicht erwartete Niederlagen gleich in der Verliererrunde. Auch Jungtalent Constantin Vogel erwischte es gegen Altmeister van Steenput. Ihm folgten dann auch Wagner mit Niederlage gegen Block. Nur noch Wolf mit Sieg gegen Meckelburg und Ackermann gegen Junghans schafften die 1 Runde ohne Niederlage wo auch Stefan Reuschel weiterkam.

In der 2. Siegerrunde kamen die Favoriten Fankhänel gegen Block, Wolf gegen van Steenput und Reuschel in einem Klasseduell gegen Ackermann sowie Malinowski gegen Gästespieler Schäfer in die 3. Runde.
In der Verliererrunde ging es jetzt dagegen ums nackte Überleben. Eine weitere Niederlage und es war Schluss! Hier erwischte es dann auch gleich Friedrich Wagener mit dessen zweiter Niederlage gegen Brückmann nach starkem Spiel von beiden. Vogel siegte klar gegen Meckelburg, und auch Junghans und Henze ließen nichts anbrennen und folgen ebenfalls in die 3 Runde.

Hier setzten sich dann Brückmann gegen Schäfer sowie Vogel gegen Ackermann und van Steenput gegen Junghans sicher durch. Nur Henze musste, irgendwie in diesem Turnier noch nicht so richtig angekommen, gegen Harald Block in die Verlängerung. Nach glücklichem Remis in der Normalpartie sicherte er sich mit Glück den Blitzstichkampf, wo er dann Block keine Chance lies und auch in die nächste Runde einzog.

Die Siegerrunde lief während dessen parallel weiter und auch hier gab Malinowski gleich den nächsten Knaller ab. In einer mitreißend geführten Partie gegen Stefan Reuschel konnte er dessen starken Angriff kompromisslos widerlegen und beförderte diesen somit überraschend aus dem Turnier und stand auf einmal im Finale! Hier konnte er sich beruhigt zurücklehnen und auf seinen Finalgegner aus der Verliererrunde warten.

Dort beförderte dann Constantin Vogel überraschend Gerd Brückmann aus dem Turnier. Eigentlich war Vogel schon weg vom Fenster, konnte sich aber in absoluter Spitzenmanier und gewohnt schneller und starker Zugfolge einen Stellungsvorteil erspielen und den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg sicherstellen.
Auch machte Henze mal wieder etwas schwerfällig dann aber mit van Steenput kurzen Prozess und zog ebenfalls eine Runde weiter.

Hier kam dann Vogel mit einem weiteren Sieg in das Finale der Verliererrunde und die Frage war, Henze oder Reuschel im direkten Duell als nächsten Gegner zu bekommen.

Und diese Partie hatte es in sich. Henze mit Weiß erspielte sich zwar einen kleinen Vorteil den aber Stefan Reuschel mit unwiderstehlichem Angriffsspiel zunichte machte und selber einen Mehrbauern in das Turmendspiel einbrachte und auf Gewinn stand. Letztlich geht es aber auch um die Zeit und hier hatte Henze den kleinen Vorteil auf seiner Seite und konnte somit glücklich durch Zeitüberschreitung gewinnen und stand hiermit als Finalgegner in der Verliererrunde gegen Vogel fest.

Und hier spielte dann Vogel mit Weiß ungewohnt zurückhaltend ja voller Respekt, was Henze natürlich entgegenkam und er seelenruhig seine Angriffswellen gegen den gegnerischen Damenflügel initiieren und die Partie letztlich klar und mit deutlichem Materialvorteil
gewinnen konnte.

Somit stand das Gesamtfinale des Porschepokal Malinowski gegen Henze fest, wobei dieser das Handicap hatte, unbedingt die erste Partie gewinnen zu müssen, da Malinowski bis dato und das bei diesem stark besetzten Turnier, ja noch nicht einmal verloren hatte und somit erstmal Gleichstand erzwingen musste.

Mit Schwarz legte er auch gleich fulminant los und spielte konsequent auf Gewinn. Auch ein Qualitätsopfer (Springer gegen Turm) brachte er für eine nötige Gewinnstellung ein, Malinowski parierte aber unglaublich bravourös und Henze lief gnadenlos seine Bedenkzeit weg. Nach weiterer schwacher Zugfolge schwammen Henze dann endgültig die Felle weg, konnte er doch lediglich nur noch ein Remis erreichen, was Malinowski zum Gesamtsieg aber gereicht hätte. Somit versuchter er es nochmals mit der Brechstange und überzog die Stellung hoffnungslos. Malinowski oder Mister „ohne Niederlage im Porschepokal“ nutzte dies konsequent aus und stellte den Gesamtsieg dann locker sicher.

„Verdient aller maßen“, meinte Henze im Anschluss, wurde er doch von Malinowski in dem Turnier zweimal geschlagen!! Malinowski`s Konter: „ Endlich habe ich auch mal nach so langer Zeit einen ersten Platz gesichert“ und gab anschließend eine Runde Arolser aus!

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