SVA1: Verdienter Arbeitssieg ohne Wert

Die Geschichte zum Arolser 5,5:2,5 Sieg gegen Baunatal ist schnell erzählt: Während die Topscorer Constantin Vogel und Gerd Brückmann kampflos zu vollen Punkten kamen, rauchten bei den Remiskönigen Hermann Henze sowie Thomas Bölke schon nach kurzer Zeit die Friedenspfeifen.

Harald Blocks unglückliche Niederlage wurde umgehend von Jürgen Wolf gekontert, der seinen Gegner mit einem Qualitätsopfer elegant zur Strecke brachte. Martin Malinowski in der Rolle des Entfesselungskünstlers drehte eine klar schlechtere Stellung in Richtung Gewinn, um anschließend Remis anzubieten und so den Mannschaftssieg klarzumachen.

Im letzten Akt folgte ein kleiner Endspielkrimi mit Rudolf Beisinghoff in der Hauptrolle. Die Geschichte nahm nach einigen Irrungen und Wirrungen ein gutes Ende

Ende gut alles gut könnte man nun meinen. Weit gefehlt. Denn der direkte Konkurrent Bad Emstal/ Wolfhagen überzeugte gegen starke Vellmarer ebenfalls, der Aufstieg scheint ihnen kaum mehr zu nehmen. Ein Ausrutscher am letzten Spieltag jedenfalls käme einem Wunder gleich…..

SV Anderssen Arolsen 1 Schachklub Baunatal 1963 1 5,5:2,5
Boelke, Thomas Belz, Christian ½:½
Vogel, Constantin Weyer, Christof +:-
Henze, Hermann-Josef Meyn, Werner ½:½
Brückmann, Gerd Wuttke, Bodo +:-
Wolf, Jürgen Sharikow, Alexej 1:0
Beisinghoff, Rudolf Hödtke, Jörn 1:0
Block, Harald Gibhardt, Peter 0:1
Malinowski, Martin Sarbidi, Juri ½:½
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Bericht der Jahreshauptversammlung

Jahreshauptversammlung 2018_Bericht WLZ
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Arolsen siegt in Kaufungen und bleibt am Tabellenführer Bad Emstal/Wolfhagen dran

Hauptsache gewonnen war der Kommentar von Mannschaftsführer Henze zum knappen Sieg in Kaufungen, mussten diese doch kampflos durch das Fehlen von Bebendorf in den überaus wichtigen Kampf gegen den Abstieg gleich einen Punkt kampflos abgeben, der Arolser Beisinghoff hatte somit einen ruhigen Nachmittag.

Auch Arolsen fehlten die beiden Spitzenspieler Vogel und Boelke, was aber mit starkem Ersatz von Malinowski und Wende kompensiert wurde.

Nach besagtem kampflosen Sieg und dem Remis von Wolf nach ca. 1 ½ Stunden Spielzeit gegen Becker nach absolut verrammelter Bauernstellung hielt Arolsen die Führung, aber leider nicht lange.

Ersatzmann Robert Wende an Brett 8 musste gegen den Kaufunger Schneider  lange gegen drohenden Materialverlust ankämpfen, aber leider erfolglos. Am Ende war der Nachteil zu groß, Dame gegen Turm war dann doch zu viel und  Wende gab auf zum Ausgleich für Kaufungen, der aber auch nicht lange hielt.

Denn der in bestechender Form spielende Moritz Ruhl sorgte nach knapp 2 Stunden für die erneute Arolser Führung. Mit Schwarz machte er gegen Eiser an Brett 4 mächtig Druck am Damenflügel, eroberte einen Bauern und erreichte dadurch zwei Freibauern auf der C und H-Linie. Nach weiterem Bauernverlust durch sein starkes Eindringen des Turmes gab der Kaufunger entnervt auf, Arolsen führte wieder.

Und es wurde noch besser, denn Ersatzmann Malinowski, ebenfalls in absoluter Hochform, erhöhte kurz danach auf das wichtige 3,5 zu 1,5. Mit Weiß an Brett 7 gegen den Kaufunger Gück machte er mächtig Druck mit Turm und Dame auf die gegnerische Königsstellung. Als Gück nach Damentausch glaubte, aus dem Gröbsten heraus zu sein, verlagerte Malinowski das Spiel auf den Damenflügel, wo die Bauernstellung von Schwarz  alle verbleibenden Figuren banden. Im Angesicht von nur noch schlechten Zügen gab sein Gegner auf.

Nun fehlte Arolsen noch ein halber Punkte zum ersten Mannschaftspunkt, das erklärte Mindestziel von Henze.

Aber da spielte Gerd Brückmann nicht mit. An Brett 2 mit Schwarz gegen den Kaufunger Kirchner erspielte er sich ein Endspiel mit Turm und überaus starken Springer. Er ließ seinen Gegner absolut nicht in`s Spiel kommen, gewann Bauern um Bauern um am Ende 2 glatte Freibauern Richtung Dame laufen zu lassen. Kirchner blieb nichts als die Aufgabe, Arolsen führte uneinholbar 4,5 zu 2,5 und bleibt damit am Spitzenreiter Bad Emstal/Wolfhagen dran.

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Somit konnten die beiden restlichen Arolser Bretter befreiter aufspielen. Nicht aber unbedingt Henze. Am Spitzenbrett spielte er mit Weiß gegen Mykietyszyn und war sich eigentlich sicher, mit seinem ungleichen Läufer nach Damentausch mit einem Bauern weniger  remis halten zu können.

Aber dann sollte man auch die Damen tauschen. Dies versäumte Henze und musste sich einem folgenschweren Königsangriff erwehren, den er nicht mehr standhielt. In absoluter Zeitnot griff er dann nochmals fehl und besiegelte sofort sein Schicksal zur ersten Saisonniederlage, die er aber verschmerzen konnte.

Wie auch Harald Block, der Arolser erwehrte sich im Endspiel an Brett 6 gegen Wander mit seinem Turm gegen 2 Läufer und 2 Freibauern am Ende nach ca. 5 Stunden Spielzeit am  Ende aber vergebens. Auch diese Niederlage war nicht mehr spielentscheidend.

Somit hält Arolsen die Spannung hoch um den Titel. Der nächste Kampf könnte schon eine Vorentscheidung bringen. Arolsen spielt zu Hause gegen Baunatal, der Spitzenreiter Bad Emstal/Wolfhagen muss beim starken Tabellendritten Vellmar ran.

SC Kaufungen 1 SV Anderssen Arolsen 1 3,5:4,5
Mykietyszyn, Pawel Henze, Hermann-Josef 1:0
Kirchner, Vincent Brückmann, Gerd 0:1
Becker, Martin Wolf, Jürgen ½:½
Eiser, Karsten Ruhl, Moritz 0:1
Bebendorf, Uwe Beisinghoff, Rudolf -:+
Wander, Bernhard Block, Harald 1:0
Gück, Günter Malinowski, Martin 0:1
Schneider, Victor Wende, Robert 1:0

 

Nordhessenliga: Tabelle Stand 7. Spieltag vom 25.02.2018

 

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SVA1: Dramatisches Spitzenspiel ohne Sieger

Vor Wettkampfbeginn war allen klar: Für die Residenzstädter wird gegen die stark besetzte Truppe aus Bad Emstal/ Wolfhagen nicht viel drin sein. Am Ende war doch etwas drin und mit dem 4:4 wurde überraschend ein Mannschaftspunkt gewonnen. Vielleicht wäre sogar mehr drin gewesen – eine Analyse.

Zum ersten Mal in dieser Saison liefen die Arolser in Bestbesetzung auf, im Gegensatz zu den Gästen aus Bad Emstal/ Wolfhagen. Mit zwei Ersatzspielern angereist, versprach man sich gerade an den hinteren Brettern volle Punkte. Es sollte ganz anders kommen.

Die Partien waren kaum freigegeben, da rauchten auch schon die ersten Friedenspfeifen. Gerd Brückmann und Erhard Hübenthal hatten schnell die Stellung verrammelt, so dass es für beide Seiten kein Vorwärtskommen gab – Remis!

Die erste Ernüchterung musste Arolsen ausgerechnet an Brett 7 hinnehmen. Ersatzspieler Georgiy Cermianin überspielte hier Routinier Harald Block mit einem fulminanten Königsangriff: Matt oder Materialverlust? Block entschied sich fürs Aufgeben.

Es war Nachwuchshoffnung Moritz Ruhl, der kurz darauf für den erneuten Ausgleich sorgte. Mit druckvollen Spiel hatte er Thomas Körber am Damenflügel in Bedrängnis gebracht. Die Folge: Drei Mehrbauern. Ruhig und abgeklärt wickelte Ruhl in ein gewonnenes Endspiel ab ohne jemals Gegenspiel zuzulassen – 1:1.

Grundsolide spielte Mannschaftsführer Hermann Henze gegen Jörg Wiegel auf. Zwar lehnte der Wolfhager ein zwischenzeitliches Remisangebot ab, konnte aber trotz aller Bemühungen keinen Vorteil nachweisen – Remis.

Ausgerechnet Topscorer Rudolf Beisinghof hatte einen schlechten Tag erwischt und spielte gegen Ersatzspieler Josef Resch wie gewohnt voll auf Angriff. Leider vergaß der Residenzstädter dabei seinen Damenflügel zu entwickeln. Resch nutzte dies gekonnt aus und eroberte dabei eine Figur, die er bis zum Schluss nicht mehr hergab.

Das Spitzenspiel schien entschieden als Thomas Bölke gegen Fide-Meister Andriy Shankovsky in Bedrängnis geriet. Lange hatte Bölke seinem deutlich stärkeren Gegner Paroli geboten. Doch statt in ein Endspiel mit guten Remisaussichten abzuwickeln, verlor der Arolser erst den Faden und dann einen wichtigen Bauern. Zu viel des Guten: 2:4.

Das wars dann“ dachten sich wohl die Gäste und auch mancher Arolser. Aber wie so oft in dieser Saison dachten die verbliebenen Residenzstädter gar nicht ans Aufgeben. Im Gegenteil: Constantin Vogel und Jürgen Wolf spielten nun voll auf Sieg.

J&C

Zunächst war es Mister 100% Constantin Vogel der einmal mehr bewies, welche Bereicherung er für die Mannschaft ist. Seinen frühen Doppelbauern machte er mit dynamischen Angriffsspiel wett. Von allen Seiten erfolgten die Attacken – die Folge: Mikhail Bemak verbrauchte viel Bedenkzeit. So viel, dass er in der sich anbahnenden Zeitnot kurz den Überblick verlor. Dies nutzte Vogel, um mit präzisen taktischen Schlägen in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln – erstklassig.

Und so war es wieder einmal an Jürgen Wolf immerhin noch einen Mannschaftspunkt zu retten. Mit seinem alten Steckenpferd dem „Papa-Gambit“ hatte er früh die ausgetreten Pfade der Theorie verlassen und blies zum Bauernsturm am Königsflügel. Hatte sich Hagen Rewald bis dahin gut verteidigt, so übersah er plötzlich eine taktische Abwicklung, die zu Bauerngewinn für den Arolser führte. Wie es sich für einen echten Wolf gehört verteidigte er diesen mit Zähnen und Klauen, um in ein gewonnenes Turmendspiel abzuwickeln aus dem es für Rewald kein Entkommen gab – 4:4.

Ein hochklassiges Spitzenspiel ohne Sieger, bei dem sich die Ersatzspieler als Zünglein an der Waage erwiesen. Dank der besseren Brettpunkte bleibt Bad Emstal/ Wolfhagen Tabellenführer und darf bereits vom Aufstieg träumen.

SV Anderssen Arolsen 1 Sfr. Bad Emstal/Wolfhagen 2 4:4
Boelke, Thomas Shankovsky, Andriy 0:1
Vogel, Constantin Bemak, Mikhail 1:0
Henze, Hermann-Josef Wiegel, Jörg ½:½
Wolf, Jürgen Rewald, Hagen 1:0
Brückmann, Gerd Hübenthal, Erhard ½:½
Ruhl, Moritz Körber, Thomas 1:0
Block, Harald Cermianin, Georgiy 0:1
Beisinghoff, Rudolf Resch, Josef 0:1
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SVA1: Weiße Weste mit viel Glück verteidigt

Schach Nordhessenliga – Runde 5

Nach dem hauchdünnen 4,5:3,5 gegen Fritzlar stehen Arolsen und Bad Emstal/ Wolfhagen mit 10/10 Punkten ungeschlagen an der Spitze. In der nächsten Runde treffen beide Mannschaften im direkten Duell aufeinander und klären dann die Frage: Wer darf aufsteigen?

Mit guter Laune waren die Residenzstädter nach Fritzlar gereist, um gegen den Tabellenletzten einen weiteren Pflichtsieg einzufahren. Mannschaftsführer Hermann Henze mahnte allerdings vor Wettkampfbeginn noch, man solle den Gegner auf keinen Fall unterschätzen. Er sollte Recht behalten.

Ohne Mister 100 Prozent Constantin Vogel und Moritz Ruhl dafür mit dem frisch gekürten Pokalsieger Martin Malinowski wie auch Witold Umlauf als Ersatz, begannen die Arolser zuversichtlich.

Erst als Hermann Henze bereits früh in gedrückter Stellung seinem gesundheitlich angeschlagenen Gegner ein Remis entlocken konnte, wurde klar: Das hier wird kein Selbstläufer. Die Fritzlarer hielten gut mit und standen an einigen Brettern sogar besser.

Nach der Devise „erstmal auf Sicherheit spielen“ forcierte Harald Block ohne Probleme ein Remis, auch wenn er optisch sogar etwas besser stand. Auf die Ruhe folgte der Sturm: In einer ein chaotischen und mit viel Taktik gespickten Partie vermochte es Rudolf Beisinghoff irgendwie in ein gewonnenes Endspiel überzuleiten, während Martin Malinowski eine nicht mehr zu gewinnende Stellung doch noch gewinnen konnte, weil sein Gegner glatt ein einzügiges Matt übersah. Schachgöttin Caissa hatte daran gewiss ihre Freude.

Doch Fritzlar schlug noch einmal zurück, als Witold Umlauf etwas zu optimistisch eine Figur geopfert hatte, ohne dafür Kompensation zu erhalten. Für klare Verhältnisse sorgte nur Minuten später Thomas Bölke am Spitzenbrett, der seinen Gegner positionell so lange unter Druck setzte bis dieser einen Bauern einstellte und schließlich gar nach Zeit verlor. 4:2 für Arolsen. „Was soll nun noch schief gehen?“ dachten sich die Residenzstädter hatten dabei aber die Rechnung ohne Brückmann und Wolf gemacht.

Denn während Gerd Brückmann seine Traumstellung dank Opferfantasien in ein Trümmerfeld verwandelte und sein König hilflos über das Brett getrieben wurde, machte es Jürgen Wolf auch nicht viel besser. Zweimal hatte Wolf bereits ein Remisangebot abgelehnt – zu Recht. In einer Stellung ohne Gegenspiel konnte er in aller Ruhe auf Bauernjagd gehen – und war dabei erfolgreich. Das Dumme nur: Kurz darauf stellte er nicht nur seinen Mehrbauern ein, sondern musste dabei zusehen, wie er mit einem Mal in einem Endspiel mit Minusbauern gelandet war. Ungläubiges Staunen bei seinen Mannschaftskameraden wich der Angst, nun womöglich den Gesamtsieg leichtfertig verspielt zu haben.

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Wolf sammelte noch einmal alle Kräfte und spielte vielleicht auch aus Trotz plötzlich wie ein Uhrwerk. Kurzerhand hatte er sich mit Bauer, König und Läufer eine Festung gebaut, die Michael Gurnik trotz aller Bemühungen nicht durchbrechen konnte. Nach funf Stunden Spielzeit stellte der Fritzlarer schließlich seine Gewinnbemühungen ein und gratulierte zum Mannschaftssieg. Die Erleichterung auf Arolser Seite wich der Gewissheit, dass es im nächsten Spiel gegen Bad Emstal/ Wolfhagen nicht nur um die Tabellenführung sondern um den Aufstieg geht. Auch wenn der kommende Gegner nominell klar überlegen scheint, so war Schachgöttin Caissa den Arolsern immer gewogen. Bis jetzt!

SC Grauer Turm Fritzlar 1 SV Anderssen Arolsen 1 3,5:4,5
Salachov, Achmat Boelke, Thomas 0:1
Weiß, Ulrich Henze, Hermann-Josef ½:½
Zuschlag, Volker Brückmann, Gerd 1:0
Gurnik, Michael Wolf, Jürgen ½:½
Schnellbach, Josef Beisinghoff, Rudolf 0:1
Fröhlich, Torben Block, Harald ½:½
Schulz, Daniel Umlauf, Witold 1:0
Gurnik, Christoph Malinowski, Martin 0:1
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Spannendes Pokal-Turnier zum Jahresauftakt

Wie immer zu Beginn der Saison hatten sich die Aktiven des SV Anderssen Bad Arolsen zum Pokal-Turnier eingefunden. Das Besondere dieses KO- Turniers ist, dass die Verlierer einer Partie eine zweite Chance erhalten, also erst nach zwei Verlustpartien ausgeschieden sind.

Zunächst starteten alle mit reiner Weste und in den Partien Block- Wagener, Malinowski – Junghans, Umlauf- Beisinghoff und Wolf – Henze (v. Steenput spielfrei) sollten die ersten Vorentscheidungen fallen.

Vor allem die letzte Partie hatte es in sich, trafen doch – wie Fortuna es wollte – gleich zu Beginn die Vorjahresfinalisten aufeinander. Hermann Henze, der den Pokal eigentlich verteidigen wollte, spielte vorsichtig und konterte alle Angriffe Jürgen Wolfs so dass es eigentlich nach Remis aussah, doch er hatte übersehen, dass seine Zeit abgelaufen war und so konnte Wolf den Sieg reklamieren.

Der Vorsitzende des SV, Rudolf Beisinghoff hatte es ebenfalls auf diesen Pokal abgesehen und konnte nach Siegen gegen Umlauf und v. Steenput bereits auf das Endspiel der Siegerrunde hoffen. Doch wer würde sein Gegner sein?

Martin Malinowski, der nach mit relativ sicheren Gewinnen gegen Junghans und Block ebenfalls noch keine Partie abgegeben hatte war der nächste Gegner von Wolf.

Wolf wählte die französische Eröffnung, kannte er sich doch bestens damit aus.  stellungMalinowski hielt dagegen und es sah nach einem Unentschieden aus, bis Wolf einen (scheinbar) starken Zug fand (Turm D7 nach D2 siehe Stellung rechts), so dass alle Kiebitze sagten: Das wars wohl für Malinowski.

Doch Malinowski fand nach einigem Überlegen die Widerlegung und konnte in ein gewonnenes Endspiel überleiten. Nun die Aufgabe an die Leser:

Wie konnte Malinowski den drohenden Läuferverlust (bzw. nach Abtausch … LxE4, 25.DxE4, DxF2 nebst Matt) abwenden. Die Lösungen bitte als Kommentar zu diesem Bericht bis zum 10. 02. 2018 abgeben , unter den richtigen Antworten wird ein Schachbuch verlost. Damit konnten Beisinghoff und Malinowski den Sieger der Hauptrunde unter sich ausmachen. Malinowski wählte die Spanische Eröffnung, Beisinghoff brachte früh seine Dame ins Spiel, setzte sie dadurch aber dauernden Angriffen von Malinowski aus und musste schließlich mit Qualitätsverlust abtauschen. Der Rest war nur noch Technik. Malinowski stand als erster Finalist fest.

Sein Gegner wurde in der Verliererrunde ermittelt. Dort hatten sich Wagener gegen Junghans durchgesetzt, allerdings gegen Henze seine zweite Niederlage einstecken müssen. Für Henze ging es zunächst gegen Block weiter; danach gegen v. Steenput, die beide dem erfahrenen Schnellschachspieler nichts entgegenzusetzen hatten. Umlauf ging es ebenso gegen Wolf, so dass es erneut zum KO zwischen Wolf und Henze kam. Doch Wolf manövrierte sich Zug um Zug in eine schlechtere Stellung, so dass seine Figuren kaum Felder hatten, Henze nutzte dies geschickt aus. Wolf zeigte sich angesichts Figuren-und Parteiverlust als fairer Verlierer und gratulierte Henze zum Gewinn.

Nun stand nur noch Beisinghoff vor einer erneuten Finalteilnahme Henzes. Beisinghoff machte in unbedrängter Stellung einen versehentlichen Königszug und hatte damit die Rochademöglichkeit sowie einen Bauern verloren. Dies versuchte Henze auszunutzen, doch Beisinghoff verteidigte geschickt und als er sogar den abgeschnittenen Turm ins Spiel brachte, dachten manche schon: Geht da noch was für Beisinghoff? Doch Henze hatte seine Zentrumsbauern in Position gebracht und begann einen unwiderstehlichen Königsangriff, der schließlich im Matt gemündet hätte; Beisinghoff gab auf.

Also kam es im der finalen Partie zum Duell Malinowski- Henze.

Malinowski hatte noch keine Partie verloren und daher den Vorteil, dass Henze auf Sieg spielen musste um auszugleichen. Dieser wählte nicht seine Standarderöffnung (Sizilianisch), bot stattdessen den Übergang ins Königsgambit an. Malinowski ließ sich nicht darauf ein und ging ins Mittelspiel über. Dies brachte Henze ins Nachdenken, doch schließlich in eine Stellung, in der die Bauern seines Gegners schwach wurden. Malinowski konnte im Gegenzug den starken Läufer Henzes abtauschen, hatte aber einen Bauern weniger. Sollte sein Traum vom Pokalgewinn hier enden? Er bot einen weiteren Bauern an, Henze schlug diesen in Zeitnot, doch dabei übersah er, dass er den vorgerückten Bauern seines Gegners nur noch gegen seinen verbleibenden Turm vor der Umwandlung in die Dame abhalten konnte. Mit einem Turm mehr war es nur noch eine Formsache und Henze gratulierte Malinowski zu dessen zweiten Pokalgewinn.

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Weihnachtsblitz mit Fragezeichen

Ja – wer ist den jetzt Blitzmeister 2017, war die Frage nach dem diesjährigen Weihnachtsblitzturnier, das das letzte der gewerteten Turniere im Jahr ist. Doch da die Tabelle der bisher gespielten Turniere nicht erstellt wurde, wird dies wohl erst auf der Jahreshauptversammlung gelüftet werden.
Daher zu den bekannten Fakten:
Mit diesmal 13 Teilnehmern wurde im Sitzungssaal des ehemaligen Sophienheims in Mengeringhausen wieder um den Titel des Weihnachtsblitzturniers gekämpft.
Als Gäste durften die Spitzencracks aus Bestwig – Velmede begrüßt werden, die mit Andre`Becker und Ajadan Thanabalasingam auch die beiden ersten Plätze für sich beanspruchten, sowie der für Wolfhagen /Bad Emstal spielende Hagen Rewald.
Der Arolser Blitzspezialist Hermann Henze konnte mit seinem starken dritten Platz die Gästephalanx unterbrechen und zumindest den starken Andre Weber auf Platz 4 verweisen.
Die Bad Arolser,  unter anderen mit Wolf, Vogel und Malinowski ebenfalls stark vertreten, hielten im Gesamten zwar gut mit, aber für ganz vorn sollte es diesmal für keinen von Ihnen reichen.
Und es ging auch gleich zur Sache, in Runde eins kam es zum Arolser Spitzenduell Vogel gegen Henze, was Henze knapp für sich entschied, um in Runde 2 gleich dem Seriensieger Becker ein Remis abzuknöpfen. Ging hier heute für Henze etwas?
Dass hier Becker heute gewinnen würde, war nach 3 Runden völlig utopisch, hatte er nach dem Remis gegen Henze in Runde 3 doch glatt gegen Vogel verloren und startete somit mit 1,5 Minuspunkten. Aber das stachelte Becker erst so richtig an und er kam von da an von Sieg zu Sieg.
Auch der Vereinskollege Ajadan Thalabalasingam lies absolut nichts anbrennen. Er holte Punkt um Punkt und gab im Vorfeld nur 2 Remise gegen Andre Weber und den Wolfhager Spitzenspieler Hagen Rewald ab und führte die Tabelle knapp vor Becker und Henze an.
Und die anderen Arolser? Einzig Wolf und Vogel konnten einigermaßen schritthalten, mussten aber in den direkten Duellen gegen Becker und Ajadan Punkte abgeben, was vordere Platzierungen unmöglich machte.
Absolut von der Rolle waren die Einheimischen Block, Wagener, Beisinghoff und van Steenput, die hier und da immer für eine Überraschung gut waren, heute aber absolut nicht. Einzig Martin Malinowski verhinderte mit Siegen gegen Wolf und Schubert ein Debakel, letztlich landete er aber nur auf Platz 9.
Die Bestwiger Schubert und Weber, ebenfalls immer weit vorn zu suchen, machten mit Platz 8 und 4 zu wenig aus Ihren Möglichkeiten, wie Sie nach dem Turnier auch angaben.
Mittlerweile spielte sich der für Wolfhagen/Bad Emstal spielende Rewald immer weiter nach vorn, musste sich dann aber nach Niederlagen gegen die Arolser Henze und Wolf von der Spitze verabschieden, landete am Schluss aber  immerhin auf Platz 5-6 mit dem Arolser Vogel.
Spät aber nicht zu spät dann der Arolser Knaller Wolf gegen Henze. Beide mussten gewinnen um vorn zu bleiben. Und so spielten Sie auch, volle Pulle, am Ende aber mit Sieg von Wolf, der das Endspiel Läufer gegen den eigentlich stärkeren Springer noch für sich entschied.
Somit war Henze vorerst raus aber in den folgenden Runden Jürgen Wolf ebenfalls. Er musste gegen Becker die Segels streichen und kam am Ende auch für Ihn auf einen unbefriedigten Platz 7.
Auch die Bestwiger hatten jetzt Ihr eigenes Spitzen-Duell und zwar das um den Titel. Hier setzte sich Becker gegen seinen Vereinskameraden Ajadan in einem wahren Angriffskrimi durch und behauptete sich am Ende knapp mit 10,5 Punkten auf Platz eins vor Ajadan Tahalbalasingam mit 10 Punkten auf Platz 2.
Henze, immer noch mit der Niederlage gegen Wolf beschäftigt, kam mit 3 Siegen zum Schluss gegen Malinowski, Block und van Steenput auf Platz 3 mit 9 Punkten, womit er letztlich bei diesem starken Teilnehmerfeld auch höchst zufrieden war.
Am Ende verteidigte Becker seinen Vorjahrestitel, wenn auch nur mit einem halben PunktVorsprung , am Ende dann aber doch verdient.
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Von Links nach rechts: Hermann Henze, Ajadan Thalabalasingam, André Becker und Turnierleiter Martin Malinowski
Lange die Wunden lecken können die Arolser nicht, denn weiter geht es beim Neujahrsblitzturnier am kommenden Montag um 16 Uhr in Bad Arolsen, wo alle umliegenden Vereine wieder herzlichst eingeladen sind.
Die Tabelle:
1. André Becker 10,5 Punkte aus 12
2. Ajadan Thalabalasingam 10
3. Hermenn Henze 9
4. André Weber 8,5
5. ConstantinVogel 8
5. Hagen Rewald 8
7. Jürgen Wolf 7,5 vor weiteren 6 Teilnehmern
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SVA 1 weiter mit weißer Weste

Nach einem klaren 6,5:1,5 gegen Ahnatal gehen die Arolser ohne Punktverlust in die Weihnachtspause.

Aller Anfang war in diesem Wettkampf schwer da mit Hermann Henze und Thomas Bölke gleich zwei krankheitsgeplagte Spieler mehr schlecht als recht sich ans Brett mühten. Die logische Folge: Beide ließen sich auf keine Komplikationen ein und willigten früh in ein Remis ein. 1:1.

Der Blick in die Runde nach knapp zwei Spielstunden verhieß aus Arolser Sicht nichts Gutes: „Das könnte verdammt eng werden“ orakelte Hermann Henze. Dieses mal hingegen sollte er nicht Recht behalten.

Kombinatorisch voll auf der Höhe und mit einer kleinen Portion Glück setzten die Arolser nun zum Sturmlauf an. In einer mit vielen taktischen Wendungen gespickten Partie behielt Constantin Vogel den besseren Überblick und konnte seinen Vorteil mühelos in einen vollen Punkt verwandeln.

Die Partie des Tages lieferte Ersatzspieler Marcel Ruhl, der nach einem Damenopfer mit Turm, Springer und Läufern wie eine Lawine über die gegnerische Stellung hereinbrach. Hilflos musste Schwarz mit ansehen, wie sein König mitten auf dem Brett erlegt wurde – ein Finale mit Seltenheitswert.

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Etwas länger musste Jürgen Wolf seinen Gegner in einem typischen Wolga-Gambit kneten, bevor ihm am Damenflügel schließlich der entscheidende Durchbruch gelang. Ein Springergewinn wenige Züge später stellte die Weichen dann endgültig auf Sieg.

Rudolf Beisinghoff hätte eigentlich als erster nach Hause gehen können, nachdem sein Gegner schon nach wenigen Zügen auf Halbmatt stand. Doch Both kämpfte sich zurück in die Partie, so dass der Arolser Routinier länger als erwartet um den vollen Punkt kämpfen musste.

In wieder einmal Karpovscher Manier schnürte Gerd Brückmann seinen Gegner Zug um Zug ein, bis diesem schließlich die Luft aus ging und er sich zu einem Verzweiflungsopfer genötigt sah. Doch Brückmann ließ nicht locker und hatte mit einem weit vorgeschobenen Freibauern einen Trumpf zu viel in der Hand.

Und so wundert es auch nicht weiter, dass selbst in der einzigen Partie wo die Arolser klar schlechter standen, das Glück einmal mehr auf ihrer Seite war. Harald hatte sich langsam aber sicher in eine nahezu aussichtslose Stellung manövriert. Doch statt aufzugeben kämpfte er verbissen weiter, bis schließlich auch seinem Gegner ein Fehler unterlief und beide friedlich in den Remishafen einliefen.

Mit vier Siegen aus vier Spielen bleiben die Arolser weiterhin engster Verfolger der Spielgemeinschaft Bad Emstal/ Wolfhagen. Sollten beide auch den nächsten Wettkampf gewinnen, dann kommt es am 04.02.2018 zum vorentscheidenden Spitzenspiel in Bad Arolsen. Es bleibt spannend.

SV Anderssen Arolsen 1 Ahnataler SC 1969 (ASC69) 1 6,5:1,5
Vogel, Constantin Schmidt, Wolfram 1:0
Boelke, Thomas Becker, Jörg ½:½
Henze, Hermann-Josef Grcic, Milanko ½:½
Brückmann, Gerd Hartleib, Wolfgang 1:0
Wolf, Jürgen Meiss, Sven 1:0
Beisinghoff, Rudolf Both, Rolf 1:0
Block, Harald Dudenko, Egor ½:½
Ruhl, Marcel Reeh, Rasmus 1:0
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SVA 1 brilliert gegen Angstgegner Caissa Kassel

Mit einem fulminanten 7:1 fegt Arolsen den einstigen Angstgegner Caissa Kassel 2 von den Brettern.

Ein Wettkampf der nicht vieler Worte bedarf. Denn: Den Arolsern gelang fast alles. Eingerahmt von zwei Remisen an den Brettern eins und acht wurde in den übrigen Partien ein taktisches Feuerwerk nach dem anderen gezündet.

Den Anfang machte Rudolf Beisginhoff der nach Damengewinn eiskalt auf Angriff setzte. Mit Erfolg. Das unvermeidbare Matt in der h-Linie vor Augen blieb seinem Gegner nur die Aufgabe – 1:0.

Jürgen Wolf wollte dem nicht nachstehen und stürmte seinerseits mutig nach vorne. Nachdem auch er den gegnerischen König mit Hilfe der Bauern freigelegt hatte, blickte sein Gegner auf den verbliebenen Trümmerhaufen und resignierte – 2:0.

Einzig Martin Malinowksi musste an diesem Tag einige bange Momente überstehen und glaubte sich bereits verloren. Sein Gegner hingegen bot in hochgradiger Zeitnot plötzlich Remis an, was Malinowski dankend annahm.

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Als sichere Bank erwies sich einmal mehr Constantin Vogel, der seinem Gegner eindrucksvoll die Kraft des Läuferpaars demonstrierte. Ein wunderbares Damenmanöver sorgte am Ende für ein schönes Mattbild zum vorentscheidenden 3,5:0,5.

Gerd Brückman machte schließlich den Sack zu. Sein Gegner hatte für Angriff gar eine Figur geopfert, konnte aber die umsichtige Verteidigung des Arolser Zementmeisters nicht überwinden. Brückmann wickelte kurzerhand in ein gewonnenes Endspiel um und der Rest war eine Sache der Technik. 4,5:0,5 für Arolsen.

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Von seinen Mannschaftskameraden mitgerissen wollte es auch Remiskönig Hermann Henze nun richtig wissen und blies zum Angriff auf den gegnerischen König. Und so dauerte es nicht lang, bis sein Gegner hoffnunglos im Mattnetz zappelte und zum Sieg gratulierte – 5,5:0,5.

Moritz Ruhl hatte dank präziser Spielführung zwei Bauern erobert, bevor er gekonnt die Qualität opferte und seine Freibauern unaufhörlich zum niemals gefährdeten Sieg liefen – 6,5:0,5.

Thomas Bölke am Spitzenbrett blickte daraufhin in die Runde und beschloss dass er sich die vollen Punkte lieber für die knappen Wettkämpfe aufzuheben gedenkt. Kurzum bot er Peter Franke in ausgeglichener Stellung Remis an, was dieser umgehend annahm – 7:1 für Arolsen.

So kann es weitergehen“ wird sich der von nimmermüdem Kampfgeist erfüllte Gerd Brückmann gedacht haben und seinen Blick zurück auf die letzte Saison richten. Arolsen spielt wieder einmal 4:4? Das ist Geschichte. Vorerst zumindest.

SVG CAISSA Kassel 2

Anderssen Arolsen 1

1:7

Franke, Peter

Boelke, Thomas

½:½

Baschin, Wolf Hajo

Vogel, Constantin

0:1

Mastmeyer, Lars-Quentin

Henze, Hermann-Josef

0:1

Küthe, Calvin

Brückmann, Gerd

0:1

Geißer, Gerd

Wolf, Jürgen

0:1

Rudolph, Sebastian

Ruhl, Moritz

0:1

Schwartz, Marvin

Beisinghoff, Rudolf

0:1

Leitherer, Stephan

Malinowski, Martin

½:½

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Arolsen 1 zittert sich erneut zum Sieg

Im Lokalderby gegen Korbach mussten die Arolser lange bangen, bevor nach über fünf Stunden Spielzeit der hauchdünne 4,5:3,5 Erfolg besiegelt war.

Die Vorzeichen waren denkbar ungünstig: Während bei Arolsen gleich drei Stammspieler fehlten, hatten die Korbacher nur einen Ersatzmann zu stellen. Oder in diesem Falle eine Ersatzfrau. Anastasiya Shkolnyk-Kilic hatte es nach einer längeren Schachabstinenz gleich mit dem erfahrenen Taktikfuchs Friedrich Wagener zu tun. Und der tat, was er immer tat: Alles nach vorn werfen! Das sah zwar optisch ganz gut aus, aber die Korbacherin wehrte erfolgreich alle Angriffe ab und konnte schließlich gar einen Mehrbauern verbuchen. Doch statt nun weiter auf Sieg zu spielen bot sie Wagener ganz unverhofft Remis an, was dieser dankend annahm.

Das Glück nicht auf seiner Seite hatten hingegen Jürgen Wolf. In seiner Partie gegen den Ex-Arolser Karl-Heinz Lages hatte der Residenzstädter lange Zeit alle Trümpfe in seiner Hand. Mehr Raum, ein bärenstarkes Läuferpaar – was sollte da noch schiefgehen? Vermutlich war es Schachgöttin Caissa, die aus einer Laune heraus Wolf kurzzeitig mit völliger Schachblindheit verfluchte. Denn anders lässt sich nicht erklären, warum der Arolser im Glauben den gegnerischen Turm zu erobern, plötzlich seinen weißfeldrigen Läufer einzügig einstellte. Blankes Entsetzen auf Arolser Seite, ungläubige Freude bei den Korbachern.

Wer nun glaubte die Residenzstädter würden sich von diesem Schock nicht mehr erholen, sah sich allerdings getäuscht. Denn nur Minuten später war es Thomas Bölke, der umgehend den Ausgleich wiederherstellte. Schon früh hatte Bölke zwei Bauern erobert und gab sie nicht mehr her. Jan Zioltkowski bemühte sich zwar redlich, blieb aber die gesamte Partie über ohne jedes Gegenspiel. Technisch trocken wickelte Bölke in ein gewonnenes Endspiel ab, so dass dem Korbacher nur noch die Aufgabe blieb.

Mit dem erneuten Ausgleich im Rücken mobilisierte auch Mannschaftsführer Hermann Henze noch einmal alle Kräfte, um das Turmendspiel mit Minusbauern halten zu können. Sein aktiver König plus ein gegnerischer Doppelbauer sicherten dem Arolser genug Gegenspiel, so dass beide friedlich in den Remishafen einliefen.

Weitaus stürmischer ging es in der Partie von Martin Malinowski zu. In einer Partie, die an die wildromantische Ära des Schachs aus dem 19. Jahrhundert erinnerte, versuchten beide Seiten schnellstmöglich den gegnerischen König zu erlegen. In diesem hochtaktischen Schlagabtausch erwiesen sich Malinowkis Freibauern als brandgefährlich. Die Krönung war jedoch ein nicht zu bändigendes Springerpaar, das erfolgreich die gegnerische Stellung infiltrierte und Wolrad-Jürgen Witte schließlich zur Aufgabe zwang.

Weitaus mehr zu bangen hatte die Residenzstädter in der Partie von Harald Block. Gewohnt solide hatte es sich Block häuslich mit den schwarzen Steinen eingerichtet, immer bereit alle gegnerischen Angriffsbemühungen im Keim zu ersticken. Und tatsächlich: Irgendwie hielt seine Dame das Haus zusammen und Reinhard Figge sah sich außerstande einen Weg hineinzufinden – Remis!

Ruhl

Mit einem Zwischenstand von 3,5:2,5 für Arolsen richteten sich alle Blicke auf die beiden verbliebenen Partien. Und hier machten es die Ruhl Zwillinge noch einmal richtig spannend. Der eine wie der andere hatten sich in hochgradige Zeitnot manövriert – mal wieder. Zwölf Züge in kaum mehr als einer Minute? Bei den Mannschaftskollegen lagen die Nerven blank. Zum ungläubigen Staunen der Kibitze vermochten es beide die Zeitkontrolle im 40. Zug zu erreichen. Die Bilanz: Nachdem Marcel Ruhl mit einer gewissen Kaltschnäuzigkeit alle Mattangriffe von Lucien Paulus überlebt hatte, schlug nun sein Mehrmaterial zu Buche. Elegant ließ er seinen Läufer stehen, um einen der Freibauern Richtung Damenumwandlung zu bewegen. Paulus gab noch ein paar Schachs mit Turm und Springer, aber letztlich erwies sich der Bauern als uneinholbar – Sieg!4,5:2,5 für Arolsen, der Mannschaftssieg war somit sichergestellt.

Moritz Ruhl kämpfte noch über eine Stunde lang weiter, aber Christian Naujocks behielt in einem hochkomplexen Handgemenge letztlich die Oberhand. Der Arolser versuchte zwar mit einigen taktischen Tricks, seinen erfahrenen Gegner in eine Falle zu locken – vergeblich. Und so blieb es am Ende beim hauchdünnen 4,5:3,5 für Arolsen, das nun gemeinsam mit Wolfagen/ Bad Emstal die Tabelle anführt.

SV Arolsen 1

SF Korbach 1

4,5:3,5

Boelke, Thomas

Zioltkowski, Jan

1:0

Wolf, Jürgen

Lages, Karl Heinz

0:1

Henze, Hermann-Josef

Shkolnyk, Boris

½:½

Ruhl, Moritz

Naujocks, Christian

0:1

Block, Harald

Figge, Reinhard

½:½

Malinowski, Martin

Witte, Wolrad-Jürgen

1:0

Ruhl, Marcel

Paulus, Lucien

1:0

Wagener, Friedrich

Shkolnyk-Kilic, Anastasiya

½:½

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