Korbacher Kearns siegt beim Arolser Weihnachtsblitzturnier

BAD AROLSEN. Das traditionelle Arolser Weihnachtsblitzturnier litt in diesem Jahr witterungsbedingt an Teilnehmern, da die Schnellschachcracks aus Brilon und Marsberg leider nicht anreisten oder im Schnee stecken blieben. Letztlich freute man sich aber über den Besuch zweier Spieler aus Korbach, die wie Arolsen ebenfalls in der Landesklasse um Mannschaftspunkte kämpfen und derzeit unangefochten Tabellenführer sind.

Mit Cristopher Kearns und Karl-Heinz Lages als bekannte Blitzgrößen aus Korbach sowie den aus Arolsen stammenden Wolf, Reuschel, Brückmann, Henze, Malinowski, Vogel, Wagner und Block hatte das Turnier an Klasse und Spielstärke dagegen nichts einzubüssen.

Gleich in der ersten Runde kam es auch zum Duell Korbach gegen Arolsen mit Lages gegen Henze. Hier konnte sich Henze nach schwierigem Spiel behaupten und siegte nach spannendem Kampf. Gleichzeitig rang Brückmann in einer starken Partie das Blitzmonster Wolf nieder und auch Kearns hielt sich gegen Wagener schadlos.

Nach gespielten 5 Runden zeichnete sich ein Favoritenkreis in Kearns, Brückmann und Henze ab, welche alle 3 noch ohne Verlustpunkt waren, gefolgt von Wolf mit einem Minuspunkt. Somit kam es in der 6 Runde zum direkten Duell Kearns gegen Brückmann und Henze bat Wolf zum vereinsinternen Duell. Kearns mit Weiß erreichte großen Stellungsvorteil, den Brückmann eigentlich hätte ausgleichen können, verfing sich aber dann unnötigerweise in des Gegners Fängen und gab auf. Henze indessen hatte gegen Wolf das Glück des Tüchtigen. Eigentlich gut aufgebaut versemmelte er seine Stellung mit Weiß spielend so nachhaltig, dass eigentlich Wolf mit Opfer die Partie hätte für sich entscheiden können. Er tat es nicht und dies rächte sich dann am Schluss, wo Henze Wolf über die Zeit hob und noch siegte.

Somit waren nur noch Kearns und Henze verlustpunktfrei, was sich aber in der nächsten Runde gleich ändern sollte. Kearns in überragender Form rang mühelos Reuschel nieder, welcher eine Runde vorher mit einer Niederlage geben Block bereits aus dem Favoritenkreis ausgeschieden war und Henze stand gegen Malinowski eigentlich klar auf Verlust. Schon wieder rettete er sich aus der Bedrängnis und hatte am Ende sogar eine Dame mehr auf dem Brett gegen des Gegners König, konnte aber nicht mehr rechtzeitig mattsetzen in
der noch verfügbaren Zeit und erreichte remis. Ein Sieg hier wäre auch unverdient gewesen. Somit führte Kearns unangefochten die Tabelle an, gefolgt von Henze mit halben Punkt und Brückmann mit ganzem Punkt weniger.

Nun wurde es spannend in den letzten 3 Runden. Henze musste gegen Reuschel ran und Kearns gegen das Arolser Jungtalent Constantin Vogel. In diesem Duell hoffte Henze auf Arolser Schützenhilfe, die aber ausblieb. Kearns hatte keinerlei Probleme gegen Vogel, Henze aber wieder mal beträchtliche gegen Reuschel. Auch hier gelang in schlechterer Stellung der Durchbruch mit anschließendem Gewinn für das von Vereinskollegen schon titulierte Glückskind Henze.

Somit kam es zum schon spannend erwartenden Vorschlussrundenduell Henze gegen Kearns um eine Vorentscheidung zum Titel und auch Brückmann war noch voll im Rennen mit nur einem Minuspunkt. Dieser musste sich gegen Lages stellen und legt quasi mit einem ungefährdeten Sieg vor. Henze musste gegen Kearns unbedingt gewinnen, wollte er in der letzten Runde aus eigener Kraft den Sieg sicherstellen. Aber hier hatte er diesmal kein Glück. Mit Weiß kam er überhaupt nicht zum Zuge und verlor ziemlich klar die entscheidende Partie. Somit führte Kearns vor der letzten Runde mit 9 Punkten gefolgt von Brückmann mit 8 und Henze mit 7,5 Punkten, der es somit nicht mehr in der eigenen Hand hatte, dieses Turnier zu gewinnen und nur noch um Platz 2 spielen konnte.

Die letzte Runde hatte es dann nochmals in sich. Brückmann, noch auf Platz eins schielend gegen Henze im Vereinsduell sowie Kearns gegen Wolf. Verliert hier Kearns bei gleichzeitigem Sieg Brückmanns und beide wären punktgleich!

Dieses Thema war aber schnell vom Tisch, da der an diesem Tage unbesiegbare Kearns keinerlei Probleme gegen Wolf hatte und den Sieg mit voller Punktzahl sicherstellte. Somit entscheid das noch andauernde Duell Brückmann gegen Henze nur noch um Platz 2 oder 3. Henze mit Schwarz konnte hier Brückmanns Dame gewinnen gegen Turm und Leichtfigur. Dieser Vorteil machte sich aber nicht bemerkbar, da Brückmann seine Figuren stark platzieren konnte und starken Angriff hatte. In einem dramatischen und hochklassigen Zeitnotduell konnte sich Henze aber letztlich behaupten und sicherte sich durch den Sieg noch Platz 2 hauchdünn vor Brückmann.

Die Platzierungen:
1. Kearns 10 Punkte aus 10
2. Henze 8,5 Punkte
3. Brückmann 8 Punkte
4. Wolf 6 Punkte
5. Vogel 5 Punkte
6. Lages 5 Punkte
7. Reuschel 4 Punkte
8. Malinowski 3,5 Punkte
9. Wagener 2,5 Punkte
10. Block 2,5 Punkte
11. Porsche 0 Punkte

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In zehn Minuten zum Sieg: Henze neuer Arolser Blitzmeister

BAD AROLSEN. Keiner ist schneller: Dank eines fulminanten Endspurtes gewinnt Hermann Henze auch die Arolser Blitzmeisterschaft 2011.

Blitzschach ist vor allem eines: Schnell. Und voller taktischer Fallen. Insgesamt sechzehn Spieler waren angetreten, um in dreizehn Wertungsturnieren die Krone des Arolser Blitzmeisters auszufechten. Das Besondere: Für die gesamte Partie haben beide Kontrahenten jeweils fünf Minuten Bedenkzeit. Unerbittlich tickt die Uhr im Hintergrund und mit jeder verstrichenen Sekunde rückt die Entscheidung näher – ohne starke Nerven geht hier gar nichts. Diese bewies einmal mehr Turnierfuchs Hermann Henze, der neben Titelverteidiger Stefan Reuschel und Blitzspezialist Jürgen Wolf zum klaren Favoritenkreis zählte.

Nach vier Turnieren lagen erwartungsgemäß alle drei gleichauf. Einzige Überraschung: Jugendspieler Constantin Vogel mischte munter vorne mit. Als sich Wolf nach einer Durststrecke aus dem Titelrennen verabschieden musste, lief alles auf einen Zweikampf hinaus. Reuschel musste in den letzten Turnieren voll punkten, um seine Chance auf die Titelverteidigung zu wahren. Mit viel Mut zum Risiko holte er Punkt um Punkt. Im direkten Duell fiel schließlich die Entscheidung: Henze siegte in einer dramatischen Zeitnotschlacht und gewann die Dezemberwertung und kurz darauf den Weihnachtsblitz. Auch mit Blick auf das Schachjahr 2011 kann sich die Bilanz des neuen Blitzmeisters sehen lassen: Sieben von dreizehn Runden konnte Henze für sich entscheiden. Platz drei sicherte sich Jürgen Wolf, dicht gefolgt von dem völlig unbekümmert aufspielenden Constantin Vogel.

Endstand:
1. Henze  84,7 / 13 Turniere
2. Reuschel    76,3 / 13
3. Wolf        70,5  /9
4. Vogel, C    61   / 11
5. Brückmann   49,8 / 8

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Hermann Henze gewinnt Stadtmeisterschaft

BAD AROLSEN. Ohne Niederlage und mit einer Prise Glück sicherte sich Hermann Henze die Arolser Stadtmeisterschaft 2011.

In dem mit elf Teilnehmern stark besetzen Turnier sah es lange Zeit nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Im Gleichschritt holten Hermann Henze und Titelverteidiger Paul Schäfer Punkt um Punkt. Dabei hätte es auch anders kommen können: Friedrich Wagener hatte sich gegen den großen Favoriten Henze eine glatte Gewinnstellung erspielt. Doch statt Figur und Partie zu gewinnen, stellte er ohne Not selbst Material ein und fand sich mit einem Mal in Verluststellung wieder.

Das Glück des Tüchtigen war auch Schäfer hold. Gegen Nachwuchshoffnung Constantin Vogel musste er lange Zeit eine klar schlechtere Stellung verteidigen – mit Erfolg. Vogel verlief sich im Variantengestrüpp, so dass Schäfer plötzlich mit einer Figur mehr dastand.

Nach vier Runden lagen die beiden Topfavoriten gleichauf. Im direkten Duell hatte Henze die Vorteile zwar auf seiner Seiten, doch Schäfer verteidigte sich umsichtig – Remis. Sollte es also wieder auf einen Stichkampf hinauslaufen? Es kam alles anders.

Das Schicksal nahm seinen Lauf in der letzten Runde: Im Match David gegen Goliath bezwang Rudolf Beisinghoff völlig unerwartet den bis dahin sicher agierenden Paul Schäfer. Lachender Sieger war Hermann Henze, dem in seiner letzten Partie gegen Gerd Brückmann ein Remis zum Titelgewinn genügte. Den verdienten dritten Platz erkämpfte sich Constantin Vogel, der mit strategisch schön angelegten Partien einmal mehr sein spielerisches Potential andeutete.

Endstand:
1. Henze (6 Punkte)
2. Schäfer (5.5)
3. Vogel (5)
4. Brückmann (4,5)
5. Beisinghoff (4,5)

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SVA 2 verliert Tabellenführung

WILLINGEN/ BAD AROLSEN. Im Spitzenduell knapp unterlegen: Gegen Willingen musste der SVA 2 eine knappe 2:4 Niederlage hinnehmen.

Als Tabellenführer hatten die Residenzstädter vor allem ein Ziel: Die weiße Weste wahren und die direkte Konkurrenz auf Abstand halten. Nachdem Emil Ackermann seinen Gegner mit kraftvollen Zügen allmählich an die Wand gedrückt hatte, ging Arolsen erwartungsgemäß in Führung. Nur Minuten später schlugen die Gastgeber zurück. Kevin Hasprich kämpfte gegen den stärksten Willinger zwar tapfer, musste sich am Ende aber der größeren Erfahrung geschlagen geben. Peter Junghans suchte derweil sein Heil im Angriff, brachte einen Turm drohend in Stellung. Wenige Züge später hatten die gegnerischen Bauern ausgerechnet diesen vorwitzigen Turm umstellt – er ging verloren und mit ihm die Partie.

Noch einmal keimte Hoffnung auf, nachdem Friedrich Wagener den schwarzen König in einem sehenswerten Opferangriff zur Strecke brachte. Als Rudolf Beisinghoff plötzlich mit einer Dame mehr spielte schien Arolsen dem Ausgleich nahe. Doch zu früh gefreut. Der Arolser Routinier verlor seinerseits die Dame und musste sich nach weiterem Figurenverlust gar geschlagen geben.

Für Harald Block war klar: Nun musste ein Sieg her. Der Mannschaftsführer bemühte sich nach Kräften seiner Partie eine positive Wende zu geben, eine dramatische Zeitnotschlacht entbrannte. Alles schien möglich. Doch dann das: Block verlief sich im Variantengestrüpp und fand sich mit einem Male auf verlorenen Posten. Spiel, Satz und Sieg für die nervenstarken Gäste aus Willingen.

Upland-Willingen – Arolsen II 4:2

Mierendorf – Ackermann 0:1
Schmalz – Hasprich 1:0
Schlömer – Junghans 1:0
Kesper – Block 1:0
Brelic – Wagener 0:1
Koch – Beisinghoff 1:0

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SVA 1: Gegen KSK 2 ohne Chance

Drama in acht Akten

Verloren
Verloren
Verloren
Verloren
Verloren
Verloren
Verloren
Gewonnen

Danke Hermann!

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Kurzpartien-Meisterschaft: Henze nicht zu stoppen

Kurzpartien-Meisterschaft 2011

BAD AROLSEN. Nächstes Turnier, nächster Titel: Mit einem fulminanten Start-Ziel-Sieg sichert sich Hermann Henze die Kurzpartien-Meisterschaft 2011. Insgesamt 11 Teilnehmer waren in dem auf fünf Turniere angelegten Wettkampf angetreten.

Schon nach dem ersten Durchgang war klar: Der Weg zum Titel würde nur über Vereinsmeister Hermann Henze führen. Mit imposanten 4,5 von fünf möglichen Punkten setzte er sich gleich an die Spitze. Erst im zweiten und dritten Turnier witterten die Mitfavoriten Brückmann und Reuschel ihre Chance. Denn Henze schwächelte, verlor gegen Wolf und Kirschning wichtige Punkte. Das Rennen um den Titel schien wieder offen.

Doch Turnierfuchs Henze wusste: Da nur die drei besten Ergebnisse in die Wertung eingehen, kann man sich auch zwei schwächere Durchgänge leisten. In den Runden vier und fünf schlug der diesjährige Abonnement-Sieger eindrucksvoll zurück. Mit jeweils fünf Punkten aus fünf Partien spielte er die Konkurrenz regelrecht schwindelig.

1. Henze 14,5
2. Brückmann 11
3. Reuschel 10,5
4. Wolf 9
5. Malinwoski 8,5
6. Kirschning 8
7. Vogel, C. 6,5
8. Block 5,5
9. Beisinghoff 5
10. Junghans 4
11. Fankhaenel 3,5

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SVA 2 verteidigt Tabellenspitze

Bezirksliga West Runde 3

BAD AROLSEN. Dramatik bis zur letzten Sekunde: In einem hochklassigen Wettkampf setzt sich Arolsen 2 knapp mit 3,5:2,5 gegen Körle durch und bleibt weiter an der Tabellenspitze. Beide Mannschaften sorgten von Beginn an für einen munteren Schlagabtausch. Arolsen wollte weiter seine weiße Weste wahren, Körle hingegen endlich raus aus dem Tabellenkeller.

Einmal mehr war am Spitzenbrett auf Emil Ackermann Verlass. Mit gewohnt soliden Aufbau hielt er die Stellung stets im Gleichgewicht und lief ohne Probleme in den Remishafen ein. Erst als Kevin Hasprich sein Bauernendspiel trotz verzweifelter Gegenwehr nicht halten konnte, kam erste Unruhe auf. Bahnte sich etwa eine kleine Sensation an? So war es an Friedrich Wagener alle Zweifel zu zerstreuen. Gewohnt angriffslustig fraß er sich genüsslich durch die gegnerische Bauernkette und führte seine Übermacht gekonnt zum Sieg. Gegen den nominell stärksten Körler hatte sich Harald Block eigentlich keine Chancen ausgerechnet. Doch als der gegnerische Angriff fehlschlug setzte Block zu einem seiner gefürchteten Konter an. Wenige Züge später lag die weiße Stellung in Trümmern und der volle Punkt in trockenen Tüchern.

Kurz darauf verpasst Anton Tadler die Vorentscheidung. In scheinbar ausgeglichener Position stellte die Nachwuchshoffnung eine Figur ein, die Partie war nicht mehr zu halten. So musste die Entscheidung an Brett zwei fallen. Hier schien Peter Junghans mit Mehrfigur klar im Vorteil. Eigentlich. Doch es sollte eine Zitterpartie werden. Denn ohne Not gab Junghans plötzlich die Figur zurück und hatte dafür: Nichts. Die Partie drohte zu kippen. Aber wie so oft war die Schachgöttin den Arolsern auch dieses Mal zugetan. Anders ist kaum zu erklären, dass Winfried Milde seine Dame in die Hand nahm, kraftvoll nach vorne zog und dabei völlig seinen König vergaß. Der fühlte sich plötzlich mutterseelenallein und wurde von Junghans kurzerhand mattgesetzt.

Arolsen 2 – Körle 3½:2½

Ackermann Emil – Haase Peter-Michael ½ – ½
Junghans Peter – Milde Winfried 1:0
Hasprich Kevin – Leuthardt Jörg 0:1
Wagener Friedrich – Just Gerhard1:0
Block Harald – Glejser Alexander 1:0
Tadler Anton – Geyder Gero 0:1

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SVA 1: Gegen Bad Hersfeld erstmals ohne Punkte

LK NORD Runde 3

BAD AROLSEN. Kämpferisch aber glücklos: Nach dem deutlichen 2,5:5,5 gegen Bad Hersfeld reiht sich Arolsen vorerst im Tabellenmittelfeld ein.

Gegen die nominell stärkeren Gäste wollten die Residenzstädter vor allem eines: Den Wettkampf so lange wie möglich offen halten. Mit dem Rückenwind aus den letzten Partien gelang das zunächst hervorragend. Am Spitzenbrett hatte Paul Schäfer alle Gewinnbemühungen von Wolfgang Frank neutralisiert, so dass nach Generalabtausch die Friedenspfeifen rauchten.

Erst nach drei Stunden brachen bei Arolsen die ersten Dämme. Martin Malinowski wurde am Königsflügel von einer Bauernlawine überrollt, kurz darauf geriet auch Torsten Fankhaenel in ein Mattnetz aus dem es kein Entkommen gab. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Stefan Reuschel hatte gerade seine Figuren für einen Königsangriff in Stellung gebracht, als sein Gegner plötzlich Zeitüberschreitung reklamierte. Ein tragisches Ende für eine schön angelegte Partie. Nicht weniger Dramatik wohnte der Partie von Gerd Brückmann inne. Den Gegner fest im Griff wähnte sich der Routinier lange auf der Siegerstraße. Doch dann das: Gerade als sein Angriff durchzuschlagen schien ging ohne Not die Dame verloren – aus der Traum.

Mit Fide-Meister Florian Grafl hatte Thomas Bölke den dicksten Brocken zu schlucken. Der dachte gar nicht erst daran, sich langsam überspielen zu lassen und ging zum Angriff über. Als sich der Pulverdampf schließlich verzog waren beide in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern gelandet – Remis! Mit druckvollen Spiel hatte Constantin Vogel seinen Gegner an den Rand einer Niederlage gebracht. Doch dieser entschlüpfte auf wundersame Weise, so dass auch hier Remis gegeben wurde. Für ein versöhnliches Ende sorgte der zur Zeit in Topform agierende Hermann Henze. Mit einem fulminanten Angriffswirbel brachte er seinen Gegner in arge Bedrängnis. Dem blieb nichts anderes übrig als in ein verlorenes Endspiel abzuwickeln und kurz darauf Henze zum vollen Punkt zu gratulieren.

SV Anderssen Arolsen 1 – SK Turm Bad Hersfeld 1 2,5:5,5

Schäfer, Paul- Frank, Wolfgang ½:½
Boelke, Thomas – Grafl, Florian ½:½
Fankhaenel, Torsten – Krauße, Eckhard 0:1
Brückmann, Gerd – Keßler, Paul 0:1
Henze, Hermann-Josef – Willich, Manfred 1:0
Vogel, Constantin – Schmidt, Markus ½:½
Malinowski, Martin – Schneider, Marcel 0:1
Reuschel, Stefan – Frank, Thomas 0:1

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SVA 1: Harald Block rettet Punktgewinn gegen Fulda 2

2. Runde LK NORD 2011/2012

BAD AROLSEN/FULDA. Zitterpartie mit glücklichem Ausgang: Gegen Fulda 2 erspielt sich Arolsen ein hart umkämpftes 4:4 Unentschieden und bleibt weiter ohne Niederlage.

Mit zwei Ersatzspielern im Gepäck hatten die Residenzstädter ihre Reise nach Fulda angetreten. Denoch wollte Mannschaftsführer Hermann Henze „Mindestens einen Punkt holen“. Was vor Spielbeginn keiner ahnte: Ausgerechnet der kränkelnde Ersatzmann Harald Block sollte zum Retter in der Not avancieren.

Zwar agierten die Arolser zunächst an allen Brettern gewohnt kombinationsicher, doch wirklich zählbares sprang nicht heraus. So mühte sich Torsten Fankhaenel nach Kräften seine optisch bessere Stellung in einen vollen Punkt zu verwandeln. Leider vergeblich. Auch in der Partie am Spitzenbrett traf sich Paul Schäfer mit seinem Gegner auf Augenhöhe. Als keiner entscheidenden Vorteil verbuchen konnte, rauchte hier ebenfalls die Friedenspfeife.

Mit einer Bauernwalze schien Thomas Bölke den weißen Königsflügel förmlich zu überrollen. Doch zu früh gefreut: Mira Kierzek verteidigte sich umsichtig und der Angriff verpuffte – Remis. Dem Punktgewinn noch näher kam Jürgen Wolf. In einem fantastischen Mattangriff jagte er den schwarzen König über das halbe Brett. Der erwies sich wie durch ein Wunder als wahrer Entfesselungskünstler. Plötzlich kam der Angriff zum Erliegen und die Stellung verflachte – Remis. Das Glück des Tüchtigen hatte Constantin Vogel auf seiner Seite. Mit Zähigkeit und Geduld verteidigte er eine verloren geglaubte Partie, hielt den Wettkampf weiter offen. Die Vorentscheidung auf dem Brett wollte Mannschaftsführer Hermann Henze erzwingen. Vier Stunden knetete er seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst. Ein Durchbruch wollte allerdings auch hier nicht gelingen und die Partie lief friedlich in den Remishafen ein.

Nachdem keiner der Stammspieler voll punkten konnte, war es also an den Ersatzspielern. Zum ungläubigen Erstaunen aller konnte Manfred Müller seine klar bessere Stellung nicht verwerten. Schlimmer noch: Er verlief sich im Variantengestrüpp und fand sich mit einem Mal auf verlorenem Posten. Schockstarre bei Arolsen. Denn auch Harald Block schien von einem Gewinn meilenweit entfernt zu sein. Als keiner mehr Böses ahnte holte der Arolser Haudegen wie aus dem Nichts zum Mattangriff aus. Die Folge: Zwei Züge später stellte Schiebelbein vor lauter Not glatt eine Figur ein. Block grübelte, sah und siegte zum rettenden 4:4.

SC Fulda 2 – SV Anderssen Arolsen 1 4:4

Haase – Schäfer ½:½
Kierzek – Bölke ½:½
Reh – Fankhaenel ½:½
Karassyk – Henze ½:½
Janusic – Wolf ½:½
Scholz – Vogel ½:½
Bernstein – Müller 1:0
Schiebelbein – Block 0:1

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SVA 1 zum Saisonauftakt mit Zittersieg

Verdammt eng: Mit einem hauchdünnen 4,5:3,5 Erfolg gegen Alsfeld ist der SV Anderssen Bad Arolsen erfolgreich in die neue Saison gestartet.

Bis zum verdienten Sieg nach über sieben Stunden Spielzeit waren starke Nerven gefragt. Ein ums andere Mal stellten sich die Residenzstädter selbst ein Bein, brachten die Gäste aus Alsfeld zurück ins Spiel.

Schon nach zwei Stunden fielen die ersten Entscheidungen: Nachwuchshoffnung Constantin Vogel zeigte einmal welches Potential in ihm steckt. Nach einem überfallartigen Springermanöver sah sich Weißbeck zum Damenopfer gezwungen, blieb in der Folge aber ohne Gegenspiel. Mit präzisen Zügen sicherte sich Vogel gekonnt den vollen Punkt. Minuten später folgte prompt der Ausgleich: Paul Schäfer fand am Spitzenbrett einfach kein Mittel gegen den Aufbau von Marco Stein. Nach Figurenverlust war die Partie trotz aller Gegenwehr nicht mehr zu halten.

Auch die folgenden Partien brachten keine Entscheidung. Zunächst hatte Hermann Henze eine für ihn typische Partie zum Sieg verwandelt: Nach leicht dubioser Eröffnung sah er eine schier unaufhaltsame Bauernwalze auf sich zurennen. Doch wie von Zauberhand kam Henze zu Gegenspiel, drang mit der Dame plötzlich gewinnbringend in die weiße Stellung ein und zwang seinen verblüfften Gegner zur Aufgabe. Noch turbulenter verlief die Partie von Jürgen Wolf. In einem taktisch hochkomlexen Handgemenge nahm er den gegnerischen König ins Visier. Den konnte Heinz zwar kurzfristig retten, aber drei Minusbauern waren des Guten zu viel, somit der Punkt für Wolf eine sichere Beute.

Kaum lag Arolsen mit 3:1 vorn schlugen die Alsfelder zurück. Mit einem klassischen Königsgambit hatte Martin Malinowski die Zeichen auf Sturm gesetzt. Das Risiko wurde mit Materialgewinn belohnt, der Sieg war zum Greifen nah. Doch statt in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln, stellte Malinowski prompt eine Figur ein – aus der Traum. Unheimliches spielte sich kurz darauf bei Gerd Brückmann ab. Mit leichtem Vorteil aus der Eröffnung gekommen, ließ er im Mittelspiel die Zügel schleifen und seinen Gegner zu Gegenspiel kommen. Als sich dann ein gegnerischer Turm auf der 2. Reihe einnistete war es um seine Stellung geschehen.

So stand es 3:3 bei noch zwei laufenden Partien. An Brett zwei entbrannte zwischen Thomas Bölke und Michael Krah ein dramatisches Wettrennen. Bölke stürmte am Damenflügel nach vorn, Krah drohte am Königsflügel einzubrechen. Die Frage war: Wer ist schneller? In beiderseitiger Zeitnot behielt Bölke die besseren Nerven und zauberte wie aus dem Nichts einen unwiderstehlichen Mattangriff – Sieg. Damit war klar: Torsten Fankhaenel würde ein Remis zum Mannschaftssieg genügen. Leichter gesagt als getan, fand er sich doch als Schwarzer einem schwierigen Endspiel wieder. Die Stellungsbewertung der Kiebitze wogte hin und her: Klar gewonnen für Weiß, vielleicht sogar Gewinnchancen für Schwarz. Alles schien möglich. Am Ende hatten die Arolser das Glück auf ihrer Seite und es gelang Fankhaenel in eine theoretische Remisstellung abzuwickeln.

SV Anderssen Arolsen 1 – SV Alsfeld 1 4,5:3,5

Schäfer – Stein M.0:1
Bölke – Krah 1:0
Fankhaenel – Zilch ½:½
Brückmann – Stein T. 0:1
Henze – Heese 1:0
Wolf – Heinz 1:0
Vogel – Weißbeck 1:0
Malinowski – Solf 0:1

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